Gennakerbaum Etap 21i Teil 2

Juhuuu! Der Gennakerbaum ist vom Pulverbeschichten zurück und schaut wie gemalt aus. Hat etwas länger gedauert als erwartet aber was solls, der Winter ist noch nicht vorbei und so ist viel Zeit.

Die Teile sind fast alle anmontiert und so zeige ich einige aktuelle Schnappschüsse der Konstruktion. An bzw. auf den Barton Rutscher wird der Furler befestigt, dazu müssen aber noch 2 X 0,5 mm vom Auge abgefräst werden.

Die Leine ist nicht final. Ich werde eine 4mm Leine von Liros befestigen. Diese läuft rund und endet jeweils am Rutscher bzw. dem Furler. Somit habe ich am hinteren Ende des Gennakerbaum kein „Getüddel“. Man bringt den Rutscher in Position, greift hinten in die Leine und belegt sie mit einem Zug in die Klemmen.

Aktuell gibt es noch das Thema der Stabilität im montierten Zustand. Eigentlich sollte die Arretierung am Bugspriet sowie die Befestigung hinten plus der Zug der Anti-Torsionsleine nach oben genug Stabilität bringen. Bei Halbwind Kurs dürfte der Zug zur Seite aber doch recht ordentlich sein. So ist die Idee den Gennakerbaum noch seitlich abzuspannen. Hmmh, das wird dann komplex und nicht mehr auf die Schnelle montierbar. Der Winkel vom vorderen Ende des Gennakerbaum zu etwaigen seitlichen Befestigungen am Boot ist sehr flach. Da kommt einiges an Newtonmeter zusammen. Aber wahrscheilich ist es am Besten erstmal mit der Version zu testen. Ich kann es kaum erwarten 🙂

EDIT!

Den Rutscher habe ich mit der Flex (Schrubscheibe) „kleingekriegt“. Furler montiert und Voilá!

Die Hintere Halterungsplattte die am Bugkorb mit einem Klappbolzen befestigt wird, habe ich mit 4 Gartenschlauch Stücken stabilisiert. Kein Geklapper mehr.

So ein Mist, es ist fertig!

 

 

Etap 21i Gennakerbaum pulverisiert!

Der Etap 21i Gennakerbaum ist beim Pulverbeschichten bei ECKLA. „N 10er“ war die Antwort auf die Frage was mich das kostet. Ich hätte mit mehr gerechnet. Gut! Den Schlitten hab ich nochmal überdacht und einen Barton Großschutrutscher bestellt. Zum Glück im Angebot und mit 19,90 ein Schnapp. Den Roller auf dem Schlitten per U-Winkel zu befestigen ist nicht gut. Wackelt nach Back- und Steuerbord und hat keine Stabilität. Somit liefert dieses Teil hier Stabilität zu den Seiten. Nach vorn hinten ist kein Thema. Etap 21i Gennaker RutscherSont bleit alles beim Alten und kommende Woche wird der Etap 21i Gennakerbaum mit allen Teilen verheiratet. Wenn dann das Wetter mitspielt zieh ich die Ente in die Einfahrt und baaaaaasteln! Nachdem ich mir heute dann noch ein paar Videos auf Yacht.TV angeschaut habe, na klar – Gennaker Segeln und ich kann es kaum erwarten wieder zu segeln. Mit Gennaker und die Etap 21i, die Wilde Ente, wird (hoffentlich) fliegen. Eine radikale Gewichtseeduktion wird dem noch zusätzlich zuarbeiten. Beim Boot und bei mir 🙂

Gennakerbaum – es geht weiter

Etap 21i Gennakerbaum. Es hat einiges an Zeit gekostet bis ich meine Lösung für einen idealen Gennakerbaum skizziert hatte.  Ich hatte ja in einem anderen Beitrag bereits die Vorstufen, quasi die Evolution gezeigt.Gennakerbaum

Die finale Variante schaut in der Zeichnung so aus. Ein Rohr welches an einem Beschlag am Bugkorb befestigt wird und durch eine Nut auf der Unterseite in meinen modifizierten Bugspriet einhakt.

Im zweiten Bild habe ich den spitz zulaufenden Bugspriet nochmals detaillierter. Die Nut an der Unterseite des Rohrs ist so lange wie der rote Strich. Das Rohr wird quasi von vorn eingehakt. durch die Befestigung am Bugkorb kann es nicht mehr nach Gen2vorn und hat so an der vorderen Schräge des Bugspriets Halt. Das wackelt ohne Zug natürlich etwas hin und her, deshalb die Abspannung nach unten. Mit dem Zug des Segels dürfte es dann die notwendige Festigkeit bekommen.

Die Nachfolgenden Bilder zeigen das Rohr das bereits mit fast allen notwendigen Löchern versehen ist, die T-Schiene, die Umlenkung und den Schlitten. Den Furler sieht man auch. Was fehlt ist eine stabile Befestigung zwischen Schlitten und Roller. Ich hab das mal mit dem Flachschäkel angedeutet. Alternativen sind unterwegs, bin gespannt. Man soll nicht glauben was so ein kleines VA Teil kosten würde wenn man es anfertigen läßt. Nachdem ich ja Geld sparen will, habe ich mir einen passenden, sehr breiten Flachschäkel bestellt.

Gennakerbaum Schiene Gennakerbaum Schiene und Furler Gennakerbaum Schiene Gennakerbaum Schiene und Schlitten

Das Aluminiumrohr hat einen Durchmesser von 60mm und is exakt 1000mm lang. Die Oberfläche des Gennakerbaum wird pulverbeschichtet. Zuerst fehlen aber noch die letzten 4 Löcher um die Bugkorb-Halterung anzuschrauben. Dann gehts zu ECKLA, einem Pulverbeschichter in der Nähe.

Vorne kommt dann noch ein Kunststoff Stopfen / Endstück drauf und dann alle Befestigungen werden geschraubt. Das Schrauben erscheint erstmal schwierig da man jaRaetschenkonstruktion mit der Mutter tief ins Rohr rein muss und da passt keine Hand durch. Deshalb eine kleine Hilfskonstruktion aus Rätsche und Holzstab. Etwas Klebeband und voilá, man kommt soweit der Holzstab trägt. Man muss dann in der Mitte anfangen zu schrauben. Und der Gennakerbaum ist fast fertig.

 

 

Segellast – wirkende Kräfte

Welche Segellast oder besser Kraft gibt es am stehenden und fallenden Gut? Was zerrt bei 10 Knoten am Gennaker Fall? Wie muss ich die Schoten dimensionieren. Die Segellast das unbekannte Wesen 🙂

Eine kleine Sammlung an Segellast Berechnungen gibt es bei Harken HIER.

Das ist natürlich nur eine Annäherung, aber es zeigt ungefähr die Dimensionen.

Auf die Etap 21i bezogen:

Gennaker oder Spi mit 34 Quadratmeter der bis ca. 15 Knoten gefahren wird. Dessen Schot sollte 161 Kg Segellast packen. Nicht viel für eine Dyneema Leine aber ganz ordentlich für die Arme 🙂

Die Dimensionen laut Eignerhandbuch muten da recht üppig an. 10mm als Spischot. 1mm Dyneema würde reichen. Ok, läßt sich echt schlecht anfassen, aber 10mm? Ich hab aktuell alles auf  6mm Dyneema. Ausnahme das Groß- und Fockfall, weil die noch gut sind.
Was das stehende Gut, die Wanten, angeht, verrät das Handbuch nur „Topwanten stark anziehen“. Aha!

Segellast - Stehendes Gut in Venedig

Laut Selden sollten 17% der Bruchlast bei den gepfeilten Salingen an den Wanten wirken. Die Unterwanten knapp weniger aber keine messbaren Angaben. Ich stelle <=15% ein.

Bei weniger als 17% kommen die Oberwanten in Lee, bei ordentlich Wind, lose. Regatta, haha, will 20% als Bruchlastkomponente haben. Bei Standard Segellast.

Hier liegt nun ein Wantenspanungmesser und eartet auf die Saison. Bin sehr gespannt in wie weit sich die Spannung, bei Zollstock Methode, vom Messgerät unterscheidet.

 

Gennaker! Leichtwind HighSpeed

Und wieder ein Narwal Segel. Gerade ist der Auftrag raus und ich bekomme in den kommenden Wochen einen funkelnagelneu angefertigten Gennaker nebst Anti Torsion Furling Leine. 32,58 m² sind ganz ordentlich. Der von Etap angegebene größere Gennaker für die Etap 21i liegt bei 34 m². Somit knapp ausgereizt.

Narwal Gennaker DrawingVom Typ her ein klassischer A2, also eine universelle Raumschot Speedmaschine. Hah Speed. Mal sehen ob wir die 8 kts SOG Marke damit knacken können. Bis dato liegt unser SOGmax bei 7.2 Knoten. Das ist ja schon verdammt viel für eine Etap 21i aber mehr geht ja immer :-).

Das Spifall, welches ich für den Segelkopf verwende ist aktuell am Spi-Mastbeschlag befestigt. Hmmh, gefällt mir nicht so ganz. Könnte 30 cm weiter oben angeschlagen sein. Zumal die Leine außen geführt wird. Ein Fallenaustritt wäre die Lösung. Aber eine Fräsung Freihand – ups. Dann doch den Gennaker Mastbeschlag nur nach oben versetzen. Den Beschlag gibt es übrigens nicht einzeln 🙁 Muss man sich anfertigen lassen oder auf eine andere Lösung zurückgreifen.

Ansonsten die Maße des Gennaker:

I: 7,25;  J: 3,00 (mit Gennakerbaum); LUFF: 8,35 – FOOT: 4,95 – LEECH: 7,10 Meter

Link zum Segelmacher: NARWAL

Bin gespannt!

Gennaker Baum

EDIT: Habe ein Alurohr mit 60mm Außendurchmesser und 5mm Wandstärke bestellt. Viel zu stabil und damit zu schwer. Eins mit nur 3mm ist auf dem Weg zu mir. Die richtige Länge habe ich jetzt mal nach dem Bauchgefühl bestimmt. 110 cm. Davon liegen knapp 35cm auf dem vorhandenen Bugspriet auf, der Rest ragt nach vorn. Das Auge vorn wird gegen einen eingelassenen Block ersetzt. Zwei Klemmen für die beiden „Steuerleinen“ die den Furler in die richtige Position bringen. Die Position der Klemmen ist noch nicht fix. Vielleicht knote ich das auch nur einfach an die Rumpfseitige Befestigung der Furlex/Vorstag. Eine der Leinen läuft im Rohr, eine außen. Die Lastberechnung ergibt, keine Abspannung nach unten notwendig.

Etap 21i Gennakerbaum

Ein Gennaker Baum muss her. Die Vorfreude auf die kommende Saison hat erste Blüten getragen. Da ich nur wenige Schönheitspflege-Aktionen geplant habe ist das hier wahrscheinlich das einzige Projekt für den Winter.

Einige Varianten und so soll der Gennaker Baum aktuell aussehen:

Gennaker Bowspriet

Alurohr 60 mm mit 5 mm Wandstärke, ein Halte Element aus 4 mm V4A am hinteren Ende das an eine Schelle geklips wird die am Burgkorb angeklemmt wird.

Das Aluminiumrohr des Gennaker Baum hat unten eine Nut eingefräßt damit er auf den aktuellen Steg des aktuellen Bugspriet aufgestülpt wird. Oben am Gennaker Baum ist ein sehr breites Klettband (back to back) per U-Scheiben und Nieten befestigt. Das wird unten um den Bugspriet geführt und hält laut Hersteller 2,2 Tonnen. Sollte reichen :-).

Vorn ist ein Auge eingeschraubt an dem ein kleiner Block befestigt wird. Der Furler ist lediglich mit einem Tauschäkel um den Gennaker Baum befestigt. Von dieser Befestigung geht eine Leine zum vorderen Block und wird ins Cockpit geführt. Damit kann der Furler ganz nach vorn gezogen werden. In die andere Richtung ist ebenfalls eine Leine auf den Bug geführt um den Furler für den Segelwechsel nach hinten zu ziehen.

Ich rechne mit einer Rüstzeit von < 1 Minute. Beim Segelwechsel plus 5 Sekunden.

Teile sind bestellt, Kosten ca. 50,-. Ein wenig bohren, fräsen und montieren.

Auf Sailing Anarchy gibt es nen coolen Thread mit diversen Gennaker Baum Varianten.

Der neue Code 0 kam letzte Woche an. Super gespannt den Karton geöffnet und ……. yeah, alles wie gewünscht. Die Nähte des Narwal Segel sehen perfekt aus, die Torsionsleine – klasse. Endlich ein Code 0 der überzeugt.

Narwal SegelSamstag zum ersten mal gesetzt. Wind passt, 8-10 Knoten. Segel hoch und erstmal gemerkt, Segel muss man in unaufgerolltem Zustand hissen damit die Antitorsionsleine auch unverdreht durchgesetzt wird. Nicht durchgesetzt lässt sie eine  Umdrehung zu. Anders erklärt, beim ersten mal sollte das Segel unaufgerollt gesetzt werden, dann einrollen und beim einholen des aufgerollten Segel sollte man die nun lose Torsionsleine nach möglichkeit nicht verdrehen. Geht zwar nur minimal, aber wenn verdreht, dann könnte nach dem hissen eine Umdrehung oben auf der Leine bleiben. Ahhhhh sehr schwer zu erklären. 🙂

Schnitt – perfekt. Das Narwal Segel geht unter Wind und dichtgeholt am Wind  bis 5 cm an die Salinge ran. Maximal den Raum genutzt, wobei das eher Glück war (puuuh).

Die Etap beschleunigt mit dem neuen Narwal Segel als wäre n Fuchs hinter ihr her. Steht wie ne Eins, lässt sich sauber trimmen. 5,2 Knoten bei 8-10 Knoten Wind. Leider war der Wind nur kurz um wirklich auf Speed zu kommen und zu testen. Aber auch bei den dann vorherrschenden 4 Knoten Wind zeigte das Segel Potential. 3 Knoten Speed bei 4,2 Knoten Wind. Ich hoffe das kommendes Wochenende besserer Wind herrscht. Mal sehen was man aus dem Boot noch rausholen kann. Allerdings wird das wohl die letzte Investition in die Ente sein 🙂

Well done Narwal Sails!

Und demnächst … der Narwal A2

Segel Ahoi – Neue Segel

Segel ahoi! Nun ist es Zeit den Code 0 zu ersetzen sowie ein wenig in Richtung Downwind Tuch zu investieren. Von der Stange gibt es attraktive Angebote. Aber entweder fehlen ein paar m² oder sie sind viel zu groß. Gennaker Maße für die Etap 21i sind laut Eignerhandbuch:

Asym. Spi 1  22,5m²
VL: 7,60; AL: 7,00; UL: 3,70

Asym. Spi 2  34m²
VL: 8,20; AL: 7,60;UL: 4,40

In Anbetracht der vorherrschenden Windbedingungen am großen Brombachsee ist die Wahl auf Leichtwind Tuch, den großen Gennaker gefallen. Einen A2 Cut Segel der prima den A0 (Code Zero) ergänzt.

Segelmacher? Vor Ort? Mal sehen. Direkt vor Ort gibts nichts. Am Bodensee ist definitiv der Preis für Segel unverhältnismäßig wenn man es mit den nördlichen Segelmachern vergleicht. Also Segelmacher an der Ost- oder Nordsee. Alles Online oder Telefonisch weil dann doch etwas entfernt.

Wenns schon wieder ohne persönlichen Kontakt geht, dann doch gleich nach Polen. Narwal Sails hat einen ganz guten Ruf. Die allermeisten Segler die ein Narwal Segel haben anfertigen lassen sind hoch zufrieden damit.

Hier das Layout

Segel Plan Narwal Code 0

24h Regatta Brombachsee

SOUND ON/OFF     Small Waves

Am Sonntag Abend sind wir komplett übermüdet zurückgekehrt. Die erste Regatta der Wilde Ente. 24h Regatta Brombachsee, organisiert durch den 1. WSC. Hier mein Bericht.

Was geschah zuvor.

Weil ich immer wieder Probleme mit dem Code 0 hatte, habe ich mir einen neuen Code 0 bei Fareastsails in HongKong bestellt. Die ganze Abwicklung lief einwandfrei und das Lieferdatum vor der 24h Regatta Brombachsee war erreichbar. Mein altes Tuch, das mir bei leichten und mittleren Winden immer genialen Speed gebracht hat (7 kn nach GPS in Italien) habe ich natürlich gleich mal in die Kleinanzeigen gesetzt. Ich hatte nicht wirklich damit gerechnet das das Segel in Windeseile weg geht. Naja egal, das neue Segel ist bereits im Fedex Tracking sichtbar und wird pünktlich ankommen.

Freitag – der Tag vor der 24h Regatta

Die Crew kommt an. Jens und Frank kommen aus Düsseldorf und Hamburg um Spaß zu haben. Klar wissen wir das wir mit nem Yardstick von 113 kein atemberaubendes Meilen-Ergebnis einfahren. Klingeling und der Fedex Mann überreicht mir ein Paket.

Aufgerissen und reingeschaut. Ich hätte Zeder und Mordio schreien können. Die haben den Code Zero ohne Torsionsleine gebaut. Zum klassisch anschlagen und nicht rollen. Absolute Katastrophe. Ohne Rollen ist ein Kreuzen nicht wirklich möglich. Ich ärgere mich und schreibe eine Mail nach HongKong. Ein Zitat aus der ersten Antwort bleibt und wird zum Running Gag. „Peter, we stand behind you!“

Ok, dann eben ohne Code 0 und nur mit der kleinen 8 m² Arbeitsfock.

Bei der Anreise steigert sich unsere Vorfreude und wir kommen gut gelaunt am Steg an. Die Ente klar gemacht und ablegen. Erst mal die Segel checken. Den Code 0 angeschlagen, ein echter Beschleuniger. Aber das An-Abschlagen auf dem kleinen Vordeck der Ente geht einfach nicht. Nicht dran zu denken das Nachts oder bei heftigem Wind zu tun.

Einen Spinnaker haben wir auch an Bord. Einen kleinen Spinnaker. Der war eigentlich zum Testen gedacht ob sich ein Spi und die Bedienung auf der Ente gut macht. Viel zu klein um Performance zu liefern aber hey ein Spi.

Die Besprechung zur 24h Regatta Brombachsee beim 1. WSC zusammen mit den anderen Seglern hat Spaß gemacht. Ein lustiges Völkchen, durchzogen von ein paar ehrgeizigen aber sympathischen Rennziegen-Seglern (Melges etc.). Wir ahnen bereits das unser Boot nicht die geringste Chance hat.

Noch 30 Minuten bis zum Start. Wir sind dabei alles nochmals herzurichten und uns vor zu bereiten. Dann kommt der Wind, mächtig Wind. Der Windmesser zeigt bis 20 Knoten und wir müssen direkt vor dem Start reffen.

Jens ziWP_20150718_002eht das erste Reff an. Man hätte auch checken können ob es am Baum festgemacht ist. Ich rufe, nein ich schreie STOP. Zu spät, die Reffleine ist in den Baum gerauscht und weg. Keine Chance sie ohne Tools wieder durchzuschieben. So ein sch…..

Der Wind wird noch stärker, ab ins zweite Reff. Diesmal erstmal gecheckt, am Baum geknotet und Segel ins 2. Reff runter.

RaaaaatSCH! 

Als wir das Reff anzogen haute eine Böe ins Segel und die Kausch die die Reffleine am Segel befestigt, reißt aus. Die Leine reißt das Segel bis zur Latte runter auf und ich bin kurz vor dem Explodieren.

Der Start ist bereits durch. Wir gehen mit gerissenem Groß im 2. Reff und 8m² auf die Reise der 24h Regatta Brombachsee.

Der Wind hielt die ersten 2 Stunden an und wir entschlossen uns trotzdem nach 1,5 Stunden raus aus dem Reff und Vollzeug. In diesem Moment wurden wir bereits das erste mal überrundet. Unsere Egos sind erwachsen genug das wegzustecken.

 

Der Wind geht auf erträgliche 10 Knoten zurück und wir kreuzen was das Zeug hält. Höhe laufen ist anscheinend nicht die beste Eigenschaft der Ente und man sieht den Verlust pro Schlag. IdR brauchen wir pro Boje 1-2 Schläge mehr als die Rennziegen. Wir segeln ständig bis ans Maximum am Wind, Fock fällt ein und wir verlieren Höhe. Ich würde es ja anderst segeln aber ich bin nicht an der Pinne.

Der Wind ist nun bei ca. 5-6 Knoten und ich vermisse meinen alten Code 0 sehr. Die Etap läuft bei 5 Knoten noch nicht wirklich an. Mit Code 0 sind bei 5-6 Knoten Wind gut 4,5 Knoten Speed drin. So tümpeln wir mit 2-2,5 Knoten und sehen den anderen zu wie sie ihre fetten Beschleuniger setzen. Der erste Gedanke an ein neues Boot schießt mir durch den Kopf. Aber hey, die sind schnell, wir haben bequem Platz unter Deck, 4 gemütliche Betten und … nein, ich hör auf damit.

Es dämmerte und mit der Dämmerung schlief auch der Wind ein. Er schlief tief und fest. Ab und zu ein Schnarcher und wieder zeigte der Windmesser 0.0 Kts.

Ich übernahm die erste Wache und übte mich im Stehen. Für ca 0,6 Meilen brauchte ich in den 3,5 Stunden meiner ersten Wache nicht wirklich viel zu tun. Ein Blick nach rechts, nach 20 Minuten noch ein Blick nach rechts und zweimal das selbe Lagerfeuer auf gleicher Höhe. Die anderen Boote bewegten sich quasi nicht. Man sah nur die Positionslichter, ein Stilleben.

So ging es durch die Nacht. Ich schlief kaum während Jens und Frank ganz gut mit den Matratzen zurecht kamen. Ich dachte zu viel an die Segel, an den Riss und ärgerte mich am meisten über mich selber.

Am Morgen gabs wieder ein wenig Wind. Ich war wohl doch eingenickt als mich das Rattern der Winden weckte. Jens wirbelte an Deck als wären es 5 Beaufort. Hmmh, keine Krängung. Ein Blick nach außen, fast kein Wind aber der Versuch eines Matchraces gegen zwei Rennziegen. Nach der Tonne machte es „Pfooopp“ „Pfooopp“ und die beiden hatten ihre Gennaker gesetzt. Jens schaute etwas neidisch hinterher.

Wachablösung und Frank übernahm die Pinne. Ich gesellte mich recht früh dazu weil schlafen war irgendwie nimmer.

Der Wind frischte auf und eine Zeit lang hatten wir Druck in den Segeln und konnten die Morgenstunden genießen. Die Orga des WSC brachte und Kaffee per Zodiak und irgendwie waren die ersten Qualen vergessen. Als der Wind wieder einschlief waren wir auf halber Strecke zur östlichen Tonne beim ehemaligen Pleinfelder Hafen. Neben uns ein Boot das nicht an der Regatta teilnahm aber trotzdem bereit war, ohne es abzusprechen, ein Matchrace zur nächsten Tonne mitzumachen.

Das Zeitlupen Matchrace!

0.1 Knoten Wind gaben beiden die Möglichkeit alles aus dem Boot herauszuholen. Der Wind drehte ständig um 180 Grad. Aus Luv wurde Lee aus Vorfahrt wurde Raum geben. Sehr lustig und wir unterhielten uns sehr sngeregt mit dem Kollegen an Bord des anderen Bootes. Kurz vor der Tonne, wir hatten Vorfahrt, ein Auffrischen des Windes und das kleinere Boot mit seinen 400 Kilo machte einen Satz und eine Halse um die Tonne währen wir gerade so am loszuckeln waren. Was ein Ärger. Aber nach 100 Metern hatten wir ihn und der auffrischende Wind beschleunigte uns im Rahmen der Möglichkeiten.

Der Wind nahm stetig zu und wir machten gut Fahrt. ein Halbwind Schlag neben zwei Melges zeigte das wir auf halbem Wind Kurs nicht so schlecht liefen. Bei 10 Knoten Wind waren wir annähernd identisch im Speed. Höhe laufen auf Am Wind war ebenfalls im selben Winkel möglich. Hat saumäßig Spaß gemacht zu sehen das die Nußschale doch was drauf hat.

Der Wind nahm wieder zu und es zog eine Regenfront auf. So wie der Himmel aussah dürften wir in keinen 30 Minuten nass werden. Ich sagte den Jungs, Ölzeug und Westen und erzählte wie das so ist am See. Wind, dann kommt der Regen, der Wind schläft ein und dann kommt sie, die Monsterbö.

Wir zogen uns an, der Wind schlief ein und der Regen kam, er kam aus Eimern oder C-Schläuchen und Bäääääääsch, die Monsterbö kam wie geplant. Die Ente legte sich sanft aufs Wasser, kam wieder hoch und wir refften mit Seilen und ab ging die Lutzi. Windgeschwindigkeiten in den Böen bis zu 37 Knoten laut Windmesser eines Kollegen. Ich hatte maximal 28 Knoten auf unserem Windmesser gesehen, hatte aber alles andere zu tun als da drauf zu schauen. Die kommenden Minuten waren echt heftig aber ich war trotzdem erfreut das die Ente das mitmachte. Als der Regen dramatisch zunahm haben wir uns kurz besprochen und wir unterbrachen die Regatta. Ab in den Ramsberger Hafen und festgemacht. Ins Häuschen des WSC und erstmal nen Kaffee getrunken und nen Sanistopp eingelegt.

Nach einer Stunde hörte der Regen auf, wir haben abgebrochen. Es gab ja eineiges zu tun, Segel abschlagen, aufräumen und und und. Wir motorten zurück nach Enderndorf und packten zusammen.

Zurück im 1. WSC zur Siegerehrung applaudierten wir den Gewinnern und nahmen unseren Preis entgegen. Bis auf den dämlichen Witz des Moderators (Chefs?), in Unkenntnis der Ereignisse, mein Boot eine „Lahme Ente“ zu nennen, war alles ganz nett.

Ich freu mich schon auf das Video meines Stegkollegen Gerald der auf Franks schöner „Varuna“ mitgesegelt ist.

In diesem Sinne „Ein Hoch auf uns alle!“

Der Song Good Ride ist von der geilen Band Madeira Cake

Facts:

24h Regatta Brombachsee

Distance: 45,1 NM

Moving time: 18:35

Average speed: 1,9 kn

Avg. Speed Mov.: 2,4 kn

Max. Speed: 6,6 kn

Motor und Halterung

Der Motor der zur Etap 21i passt ist schnell gefunden. Ein Kurzschaft mit max. 10 PS und schön drauf achten das der Deckel nicht zu voluminös ist.

Wir haben, nachdem wir erst einen alten Tohatsu 5PS gekauft haben nun doch einen Honda mit 8 PS und Stromgenerator erworben. Fast neu und schnurrt wie ein Kätzchen.

Oh Schreck, er passt nicht ans Boot? Nein, so dramatisch ist es dann nicht aber wenn man den  BF6 bzw. BF8 hocklappt, dann kommt die Schraube nicht aus dem Wasser.

Standardhalterung

Motor Etap 21i

 

So sollte es aussehen

Motor Etap 21i 2.

Also ganz aus dem Wasser raus damit nichts die unwahrscheinlich hohe Geschwindigkeit der Etap reduzieren kann 🙂

Der Motor kommt allerdings nicht so ohne weiteres so weit aus dem Wasser da er an der Heckbrücke anschlägt. Je nach Motor reicht evtl. ein Stück der Heckbrücke wegzudremeln. Doch wer mag das seinem Schiff antun? Die Lösung ist eigentlich ganz einfach. Der Motor muss lediglich ein kleines Stück weiter nach hinten Wandern damit er an der Heckbrücke vorbei schwingen kann.

Das erreicht man wenn man eine zusätzliche Auflage hinten ans Motorbrett anbringt. Vorausgesetzt die Motorhalterung hat genügend Spiel.

Motorhalterung Tuning

Ich habe einfach ein Stück geöltes Teak in 17 mm aufgelegt und somit kommt der Motor um 17mm weiter nach hinten und läßt ihn nun problemlos an der Heckbrücke vorbeischwingen. On der nun 17mm weiter hinten liegende Schwerpunkt etwa ausmacht dürfte eher philosophisch zu betrachten sein.

Im Artikel „Mit der Ente um den Erdball“ sieht man auf dem Bild recht deutlich wie tief der AB ins Wasser geht und das es fast eine Horizontale benötigt um den Motor gänzlich aus dem Wasser zu bekommen. Ok, die haben einen schweren 15 PS dran und stehen im Bild auch noch am Heck. Aber die Konstruktion ist nicht wirklich gut. Hätte man die Heckbrücke doch nur um 5 Zentimeter höher gelegt wäre alles kein Problem.

Alternative: Ein Yamaha 8 PS Kurzschaft ist ein Stückchen kürzer, obenrum ein wenig schlanker und schwingt sehr gut ins Boot. Siehe dieses Bild.

Aktuelle Überlegungen: 2 Flanschmotoren am Rumpf. Mal sehen…..